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Wie heilt ein Implantat ein?

Das Implantat ist meist aus Titan oder einer Titanlegierung und wird von den Körperzellen im Knochen fast immer ohne Probleme angenommen. Es bildet nach der Einheilung eine feste Einheit mit dem Knochen und ist damit belastbar. Auch Herzschrittmacher und künstliche Gelenke in der Medizin sind übrigens aus Titanlegierungen.

Die 4 Phasen der Implantation

Die Natur braucht ihre Zeit

Das Einheilen ist ein natürlicher Vorgang, den man nicht beschleunigen kann. Die Bohrung im Knochen wird durch das Implantat verschlossen, das von Anfang an fest sitzen soll. Durch die ständigen An- und Abbauvorgänge der Körperzellen wird das Implantat im Knochen integriert. Wenn das Implantat sicher eingeheilt ist, kann es belastet und der endgültige Zahnersatz auf dem Implantat befestigt werden.

Worauf muss der Patient besonders achten?

Auf Ruhe und Hygiene.
Um den Einheilprozess nicht zu stören, sollte man in den ersten Tagen

  • die Implantatstelle nicht belasten, auch nicht durch das Provisorium,
  • keine harte Nahrung kauen,
  • nicht rauchen,
  • und auch anstrengende körperliche Belastung vermeiden (kein Sport).

Immerhin handelt es sich um eine Operationswunde, die geschont werden muss. In Einzelfällen können weitere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sein, die mit dem ZahnArzt besprochen werden sollten.

Um Infektionen zu vermeiden, sollte man

  • bei der Mundhygiene schonend, aber effektiv vorgehen. Anfangs reicht eine – oft antibakterielle – Mundspülung,
  • nach wenigen Tagen vorsichtig mit der Zahnbürste nachputzen und an der Implantatstelle sanft aber sorgfältig die Beläge entfernen,
  • später wieder ganz normal die elektrische oder Handzahnbürste benutzen - und wirklich nie vergessen.
  • Auch wenn es manchen Patienten verwundert: Der Erfolg jeder Implantation hängt letztlich ab von der Qualität der Mundhygiene und damit der Vermeidung von bakteriellen Infektionen durch Zahnbelag. Individuelle Hygienetipps geben alle prophylaxeorientierten Zahnarztpraxen und sebstverständlich alle ZahnÄrzte und Implantologen. Für allgemeine Hygieneinformationen gibt es eine spezielle Broschüre des BDIZ EDI

Reicht normale Mundpflege?

Eindeutig: Nein.

In Zahnbelägen leben zahlreiche Bakterien. Solange die Beläge regelmäßig entfernt werden, bevor es zu Schäden an Zähnen oder Zahnfleisch kommt, bleibt das biologische Gleichgewicht in der Mundhöhle erhalten. Sobald sich die Plaque-Bakterien zu stark vermehren, besteht das Risiko von Karies und  Parodontitis (umgangssprachlich: Parodontose) und bei Implantaten: Periimplantitis. Entzündungen wie die Periimplantitis bergen ein erhebliches Risiko, das gesetzte Implantat zu verlieren.

Hilfsmittel

  • Normale Zahnbürste: Sie reicht nicht überall hin (auch keine noch so moderne elektrische!), weil sie nichtin die Zahnzwischenräume hinein kommt
  • Zahnseide, Interdentalraumbürste, Zahnhölzchen: Sie sind zwingend notwendig (es gibt auch Zahnseide für Implantate). Nur so können die bakteriellenBeläge zwischen den Zähnen beseitigt werden.
  • Munddusche: Sie ist nicht geeignet für Implantate und kein Ersatz für Zahnreinigung!

Wie oft muss ich zur Kontrolle?

Den Kontroll-Rhythmus nach der Implantation bestimmt der ZahnArzt – weil es darauf ankommt, welches Implantat gesetzt wurde, wie die Voraussetzungen im Mund waren und ob ein erhöhtes Infektionsrisikobesteht. Wenn die Einheilung erfolgt ist, geht man in der Regel von zwei Kontrollen pro Jahr aus. Dabei werden Sitz und Festigkeit des Implantates überprüft. Diese Untersuchungen sollte man auch nutzen, um gleich eine 'professionelle Zahnreinigung' durchzuführen. Eine solche von Experten ausgeführte gründliche Reinigung der Mundhöhle ist eine hervorragende Investition in die Langlebigkeit der eigenen Zähne und auch der Implantate!


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